Tierarztkosten: Tierarztpreise für Hund und Katze

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Autor: Anne Grasböck ; Berater : Dr. Med. Vet Detlef Apelt

Was kostet mich ein Tierarztbesuch?

Deutschland ist ein sehr tierfreundliches Land, deshalb leben über 34 Millionen Haustiere in den hiesigen Haushalten. Wird der vierbeinige Liebling einmal krank oder kommt es zu einem Unfall mit dem Tier, kommen auf den Halter entsprechende Tierarztkosten zu. Wie hoch diese ausfallen, richtet sich nach der Größe des Haustieres und seinen individuellen Bedürfnissen. Zudem spielt das Alter des Haustieres ein groß Rolle, junge Tiere brauchen den Tierarzt weniger oft, als Haustiere, die bereits das Seniorenalter erreicht haben.

  • Mit der Größe des Tieres steigen die Kosten für eine tierärztliche Behandlung :

    So dürfen Pferdebesitzer mit rund 500 Euro pro Jahr rechnen, damit das Tier entsprechend versorgt ist. Für Hunde müssen im Schnitt 300 Euro an Tierarztkosten ausgelegt werden. Bei Katzen sollte der Besitzer mit Tierarztkosten von ca. 150 Euro rechnen. Kosten für den Tierarztbesuch sind bei Kleintieren wesentlich günstiger. Wer also mit seinem Meerschweinchen, seinem Wellensittich oder mit seinem Goldfisch einen Tierarzt aufsucht, bei dem sind die jährlichen Kosten gering gehalten. So liegen im Schnitt bei gut 50 Euro im Jahr.

  • Ein Tierarztbesuch, der sich der Routinebehandlung verschrieben hat, gilt als der häufigste :

    In der Regel sind es Routinebehandlungen, die 1 bis 2 x jährlich zum Tierarzt führen. Denn ein regelmäßiger Check des Gesundheitszustandes sorgt dafür, dass sich das Haustier über einen guten Allgemeinzustand erfreuen darf. Zeigt das Tier bei diesem Check gesundheitliche  Auffälligkeiten, kann umgehend gehandelt werden und Krankheiten werden somit frühzeitig erkannt. Eine regelmäßige Routinebehandlung beim Haustier schließt Impfungen und den Schutz vor Parasiten mit ein. Zwei ganz wichtige Komponenten, die viel zur Gesundheit des Tieres beitragen. Es macht also Sinn, die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen mit dem Tier einzuhalten. Denn diese Tierarztkosten fallen wesentlich geringer aus, als wenn sich eine ernsthafte Krankheit auftut, die viele Folgeuntersuchungen nach sich zieht.

  • Tierarztkosten werden nach der GOT berechnet :

    Was heißt das? Die GOT ist die Gebührenordnung für die Tierärzte. Hierbei handelt es sich um einen Grundtarif, der je nach Aufwand der Behandlung in der Höhe ansteigen kann. Ein Notfall mit dem Haustier an einem Wochenende wird immer deutlich höher ausfallen, wie wenn das Haustier während den regulären Sprechzeiten behandelt wird.

  • Welche Kosten beinhaltet die GOT :
    Die Gebührenordnung für die Tierärzte ist an keinen Festpreis gebunden. Hierbei handelt es sich um einen Gebührenrahmen vom einfachen bis zum dreifachen Satz. Das heißt, die Höhe der Tierarztkosten kann variieren und das bis zum 3-fachen des Gebührensatzes. Denn die Schwierigkeit der Leistung, der Zeitaufwand, der Zeitpunkt  - wann die Behandlung erfolgt ist, der Wert des Tieres und die örtliche Verhältnisse müssen miteinander abgeglichen werden. Darum kann ein Tierarzt diese Gebührenordnung innerhalb des 1 bis 3-fachen Satzes selbst festlegen. Es ist nicht zulässig, dass die Tierarztkosten den 3-fachen Gebührensatz überschreiten. Ebenso ist es nicht zulässig den 1-fachen Gebührensatz nicht einzuhalten. Außer es gibt ein Schriftstück, das besagt,  die Leistungen des Tierarztes werden eigens berechnet. Die Gebührenordnung für Tierärzte dient bei der Rechnungstellung als Orientierung. Die GOT ist somit als Orientierungshilfe gedacht und die darin enthaltenen Gebühren können als Richtwert vom Tierhalter angesehen werden.

Die GOT gibt keine detaillierte Kostenaufstellung. Hierbei handelt es sich um festgelegte Gebühren für einzelne Schritte einer Behandlung. Deshalb ist es jedem  Tierarzt gestattet das Ein- bis Dreifache des jeweiligen Gebührensatzes zu verrechnen. Die GOT nennt keinen Endpreis. So können die Preise von Tierarzt zu Tierarzt variieren.  

Es gilt auch darauf zu achten, dass auf die jeweiligen Gebühren noch 19% Mehrwertsteuer verrechnet werden.  Darum macht es Sinn - vor jeder größeren tierärztlichen Behandlung über die entstehenden Kosten zu reden.

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Wie setzen sich die Kosten beim Tierarzt zusammen?

Die Gebührenordnung für die Tierärzte setzt sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammen:

Die Zeitgebühr + die erbrachte Tierarztleistungen + weitere Behandlungskosten

Die Zeitgebühr:

Eine wesentliche Gebühr beim Tierarzt ist die Zeitgebühr. In der Regel wird die Arbeitszeit pro Viertelstunden verrechnet.

1-fach 2-fach 3-fach

Die Zeitgebühr beträgt je 15 Minuten : 16 Euro   32 Euro 48 Euro

  • Die erbrachte Tierarztleistung:

    Die erbrachten Tierarztleistungen gestalten sich sehr individuell. Sie reichen von der allgemeinen tierärztlichen Untersuchung bis zur Verabreichung einer Impfung, damit die Vorsorgemedizin sichergestellt ist. Die Wundversorgung gehört mitunter zu den wichtigsten Aufgaben und die Verabreichung von Injektionen. Die Behandlung eines Bruches sowie die gesundheitliche Überwachung des Tieres. Das Einschläfern ist die letzte Aufgabe mit der der Tierarzt betraut wird. Zudem beschäftigen sich Tierärzte mit den unterschiedlichen chirurgischen Eingriffen, die häufigsten sind die Sterilisation und die Kastration. Diverse Zahnbehandlungen füllen das Arbeitsspektrum eines Tierarztes zusätzlich aus. Die Tierkennzeichnung und die Ausstellung von EU Heimtierausweisen gehören meist zu dem obligatorischen Aufgaben.

  • Weitere Behandlungskosten:

    Zu den Kosten der Behandlungen können sich dann noch Ausgaben für Medikamente, Verbandmaterial, Laborkosten, Fahrtkosten dazukommen.



Wie hoch sind die Tierarztkosten für mein Tier?

Es kann keine pauschale Kostenberechnung abgegeben werden,  da sich jedes Tier individuell zeigt und seine eigenen Bedürfnisse aufweist. Die kompletten Behandlungskosten können also nie exakt vorausgesagt werden. Meist wird bei der Impfung auch ein Vorsorge- Check mitgemacht und zum Einschläfern kommen noch die vorhergehenden Untersuchungen dazu.

Es gilt hierbei zu sagen, dass sich die Tierarztkosten in 3 wesentliche Gruppierungen aufteilen, die wie folgt lauten:

  • Teil 1 -  Die allgemeine Untersuchung und Beratung:

    Bei der allgemeinen Untersuchung und Beratung wird der Allgemeinzustand des Tieres genauer untersucht. Das äußere Erscheinungsbild des Tieres sagt bereits viel aus. Die Ohren werden kontrolliert, weisen sie Verkrustungen auf? Auf die Schleimhäute wird ein Blick geworfen. Gestalten sie sich glatt oder sind sie mit einem Belag behaftet? Die Lunge wird mit einem Stethoskop abgehört. Der Bauch wird abgetastet. Wenn das Abtasten zum Schmerz beim Tier führen sollte,  ist das bereits ein wichtiger Hinweis auf ein Krankheitsbild. Zudem ist das Abtasten der Organe sehr wichtig, da dadurch vom Tierarzt Auffälligkeiten getastet werden können. Das Herz wird mit Hilfe eines Stethoskops abgehört. So kann die Frequenz, die Qualität und die Regelmäßigkeit des Herzschlags überprüft werden. Es gilt dabei aber zu beachten, dass eine umfangreiche Untersuchung des Herzens über eine allgemeine Untersuchung hinausgeht. Die Körpertemperatur des Tieres wird gemessen, denn Über- sowie Untertemperatur kann für den vierbeinigen Patienten bedenklich sein.

  • Teil 2 -  Impf- und Parasitenschutz :
    Der jährliche Gesundheitscheck des Tieres steht in Verbindung mit der Auffrischung der wichtigsten Impfungen. Damit der Impfschutz auch in Zukunft gewährleistet ist. Zudem wird gleich an den Parasitenschutz gedacht. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten wie der Halter sein Tier gegen diverse Parasiten schützen kann und auch die Produktangebote gelten als facettenreich. Darum macht es Sinn, ein Präparat beim Tierarzt zu kaufen. Dieser kennt die Wirksamkeit und vertraut auf die hohe Verträglichkeit des Produktes. Egal, ob das Tier nun von Zecken,  Würmern, Flöhen oder Milben befallen ist.

  • Teil 3 –  Kastrationen und  Sterilisationen:

    Damit ungewünschter Nachwuchs ausbleibt und damit sich das Tier nach diesem Eingriff ruhiger zeigt in seinem Charakter, bleibt den meisten Tieren dieser Vorgang nicht erspart. Vor jedem Eingriff - egal ob Kastration oder Sterilisation -  wird das Tier erst einmal gründlich untersucht. Je nach Gewicht bemisst sich die Narkose, die das Tier bei diesem OP-Eingriff erhält. Eine solche Leistung gehört zu den Regeleingriffen eines jeden Tierarztes. Die Prozedur ist in kurzer Zeit erledigt und für den Tierarzt ist das reine Routine. Was zu früheren Zeiten noch als Seltenheit galt, ist nun der Regelfall in der tierärztlichen Praxis.

Zu unterscheiden gilt die Kastration von der Sterilisation:

Bei der Kastration handelt es sich um eine chirurgische Entfernung von Hoden, Gebärmutter oder Eierstöcke.  Bei einer Sterilisation werden die Organe nicht entfernt - nur unterbunden. Das heißt, der Samenstrang bzw. die Eileiter werden durchtrennt.

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Was kostet mich ein Tierarztbesuch für meine Katze?

  • Die allgemeine Untersuchung - Der Routine Check:
    Das beliebteste Haustier der Deutschen ist die Katze, deshalb steht oft die Frage im Raum: Was kostet mich ein Tierarztbesuch für meine Katze? Wie oben schon erwähnt, fallen bei einer Katze Tierarztkosten im Schnitt von ca. 150 Euro im Jahr an, wenn sie sich guter Gesundheit erfreut.

  • Impfungen  gegen diverse Katzenkrankheiten:
    Freigänger Katzen können etwas mehr kosten, da sie mehr Impfungen beanspruchen. Denn eine Freigänger Katze sollte unbedingt gegen Tollwut geimpft sein. Auch auf die jährliche Auffrischung ist zu achten. Hat die Katze wichtige Grundimmunisierungen erhalten, ist darauf zu achten, dass diese Impfungen in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden. Der Impfpass gibt Auskunft darüber, wann das sein wird. Folgende Impfungen werden für die Katze empfohlen: Katzenschnupfen, Katzenseuche, Tollwut, Leukose und FIP.

  • Die Wurmkur für die Katze:
    Eine vierteljährliche Entwurmung bei dem Tier ist Pflicht. Der entsprechende Schutz vor Parasiten muss immerfort gegeben sein. Auf das regelmäßige Auftragen des Anti-Floh Mittels darf also nicht vergessen werden.

  • Die Kennzeichnung der Katze:
    Auch diese erfolgt in der tierärztlichen Praxis. Zu früheren Zeiten stand die Tätowierung an. Nun wird der Katze ein Mikrochip unter die Haut verpflanzt. Der Sender hat die Größe eines Reiskorns. Er wird vom Tierarzt unter die Haut des Tieres injiziert.



Was kostet mich ein Tierarztbesuch für meinen Hund?

  • Die allgemeine Untersuchung - Der Routine Check:
    Die Tierarztkosten für einen Hund sind höher als bei einer Katze, das ist nur zu verständlich, schließlich ist ein solcher Besuch auch von der Größe des Tieres abhängig. So kosten Hunde im Schnitt 300 Euro jährlich, damit ein guter Allgemeinzustand sichergestellt ist. Beim jährlichen Routine Check wird auch im Besonderen auf rassetypische Krankheiten geachtet.

  • Impfungen gegen diverse Hundekrankheiten:
    Zu diesen Impfungen gehören: Letospirose, Parovirose, Tollwut, Staupe und Hepatitis contagiosa canis (Leberentzündung). Zusätzliche Impfungen, die empfohlen werden, sind Babesiose und Zwingerhusten. Es sollte eine große Kombi-Impfung bei Hunden in Anspruch genommen werden. Die jährliche Impfung für Hund umfasst meist den Schutz gegen mehrere Krankheiten gleichzeitig, zum Beispiel die 6-fach-Impfung : Staupe (Virusinfektion), Parvovirose (ansteckende Virusinfektion), H.c.c. (Hepatitis), Leptospirose (Infektionskrankheit), Zwingerhusten (Infekt der Atemwege) und Tollwut (Virusinfektion).
    Grundimpfung für Welpen : Bei Welpen sollte eine 4-fache Impfung (HCC, Leptospirose, Parvovirose, Staupe) im Abstand von 8 Wochen und 12 Wochen durchgeführt werden.
    Eine 5-fache Impfung (HCC, Leptospirose, Parvovirus, Staupe, Tollwut) sollte in 16 Wochen und 15 Monaten erfolgen.
    Für erwachsene Hunde (ab 2 Jahren) :Eine jährliche Impfung gegen Leptospirose (Parainfluenza) und alle 3 Jahre benötigt sie die 5-fache Impfung (HCC, Leptospirose, Parvovirus, Staupe, Tollwut).

  • Die Wurmkur für den Hund:
    Hunde sollten alle 4 bis 6 Wochen entwurmt werden. Zudem muss der entsprechende Parasitenschutz beim Hund gewährleistet sein. Im gleichen Abstand wie die Wurmkur, sollen auch diverse Mittel gegen Flöhe, Läuse und Milben aufgetragen werden.

  • Die Kennzeichnung des Hundes:
    Die Kosten für das Chippen des Hundes müssen natürlich auch mit ein berechnet werden, es dient der Tierkennzeichnung und hat den Vorteil gegenüber dem Tätowieren, dass das Einsetzen eines Mikrochips schmerzfrei vollzogen wird und dieser Chip nicht verblassen kann.

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Wie viel Zeit nimmt ein Tierarztbesuch in Anspruch?

Obwohl nur eine Routineimpfung ansteht, muss damit gerechnet werden, dass das Wartezimmer - trotz Termin - voll ist und Wartezeiten auf Mensch und Tier zukommen. Ein Besuch zu Hause gestaltet sich dagegen unkomplizierter. Wartezeiten bleiben aus. Bereits das Wartezimmer in der Tierarztpraxis ist für Halter und Haustier oft eine Herausforderung, die Unsicherheit und Unbehagen mit sich bringt. Neue Gerüche  und unbekannte Geräusche wirken auf das Tier ein. Das muss nicht sein, die gesundheitlichen Bedürfnisse des Schützlings können auch von einem Veterinär vorgenommen werden, der nach Hause kommt. Die vertraute Umgebung ist der beste Ort, um eine Behandlung bei seinem vierbeinigen Liebling durchführen zu lassen. Die eigenen 4 Wände geben dem Tier Sicherheit.