Haustier Gesundheit

Magen-Darm-Erkrankungen bei Hunden und Katzen

March 20, 2019
Dr. Franziska Hannes

Magen-Darm-Erkrankungen bei Hunden und Katzen


Woran erkenne ich Magen-Darm-Erkrankungen bei Hunden und Katzen und welche Folgen können sie haben?

Die häufigsten Symptome von Magen-Darm-Erkrankungen bei Hunden und Katzen sind Übelkeit, die sich durch ungewöhnliches Speicheln zeigt, Erbrechen und Durchfall. Auch ausbleibender Kotabsatz und Verstopfungen können Anzeichen sein. Je nach Ursache, Verlauf (akut oder chronisch) und Schweregrad treten diese Symptome einzeln oder gemeinsam, nacheinander und in sehr verschiedener Ausprägung auf. Oftmals stellen unsere Tiere die Futter- und auch Wasseraufnahme ein, haben eine erhöhte Körpertemperatur und das Allgemeinbefinden kann geringgradig bis schwer reduziert sein.

Wir können auch schmerzhafte Anspannungen des Bauches bis hin zu Verkrampfungen der Verdauungsorgane und starkem Pressdrang beobachten, welche unsere Tiere sehr plagen. Die Ausscheidungen beim Erbrechen und Durchfall können sehr verschiedene Konsistenz (von dickbreiig bis dünnfüssig), Aussehen und Geruch aufweisen, auch von Schleim und Blut in unterschiedlicher Beschaffenheit und Menge begleitet oder durchmischt sein.

Erbrechen und Durchfall verursachen vorrangig Verluste von Körperflüssigkeiten, Elektrolyten, Mineralien und Proteinen. Bei einem akuten und heftigen Verlauf mit gestörter Trinkwasseraufnahme führt dies schnell zur Austrocknung (Dehydratation/Exsikkose) mit Kreislaufproblemen (Blutdrucksenkung, Schwindel, Taumeln u.a.) bis hin zum Schockgeschehen, großer körperlicher Schwäche, Teilnahmslosigkeit und gestörter Wahrnehmung.

Bei chronischem Verlauf - auch milderer Art - treten Mangelzustände bei den verschiedensten körpereigenen Substanzen auf, die krankhafte Veränderungen an vielen Organen (Haut, Fell, Krallen, Zähne, Knochen, Gelenke, Gehirn u.a.) und auch Wasseransammlungen in den Körperhöhlen bewirken können.


Welche Ursachen können Magen-Darm-Erkrankung haben?

Die Ursachen für Magen-Darm-Erkrankungen können sehr vielfältig sein. Jede Tierart hat seine ganz eigenen, spezialisierten Verdauungsprozesse, die dem jeweiligen tierartspezifischen und natürlichen Futterangebot angepasst sind. So können falsche Zusammensetzungen des Futters (z.B. zu wenig Ballaststoffe, falsche und zu viele Fette) genauso wie individuelle Futtermittelunverträglichkeiten oder –allergien (z.B. gegen Hühnerfleisch) die verschiedensten Magen-Darm-Probleme in sehr unterschiedlichem Schweregrad auslösen.

Häufig sind Viren und nur selten Bakterien die Auslöser. Im Rahmen von vielen Infektionskrankeiten (z.B. Parvovirose und Staupe beim Hund, Katzenseuche bei der Katze) werden auch die Verdauungsorgane stark in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem bei den Jungtieren sind Endoparasiten (Spul- und Hakenwürmer, Giardien, Kokkzidien) sehr häufig Verursacher von Erbrechen und/oder Durchfall.

Aber auch Vergiftungen (z.B. Frostschutzmittel, Aspirin u.a.) äußern sich neben anderen Symptomen in Erbrechen und Durchfall. Verschluckte Fremdkörper (z.B. Spielzeug, Geschenkbänder, Knochen, Kastanien, Steine, Folien u.v.a.m.) können den Verschluss des Magenausgangs oder des Darmlumens verursachen, lösen so vorrangig heftiges Erbrechen aus und können die Verdauungsorgane verletzen.

Erbrechen, Durchfall und Verstopfung können auch Folgen anderer Organerkrankungen (z.B. Bauchspeicheldrüse, Leber, Immunsystem u.a.), Tumorerkrankungen, Stress (akut und chronisch) und Medikamentenunverträglichkeiten bzw. Nebenwirkungen von Medikamenten sein.


Wann ist zeitnahe tierärztliche Hilfe nötig?

Manche Magen-Darm-Erkrankungen zeigen einen milden und kurzen Verlauf und lassen sich durch eine 24-stündige Fütterungspause verbunden mit ausreichender Wasserzufuhr und anschließender einschleichender Fütterung mit kleinen Mengen von Schonkost beheben. Häufig wird aber auch das aufgenommene Wasser immer wieder erbrochen, das Allgemeinbefinden ist stark reduziert, Erbrechen und Durchfall bessern sich nicht oder verschlimmern sich sogar, große Blutbeimengungen treten auf und der quälende Pressdrang lässt nicht nach. In diesen Fällen ist es ratsam, sehr zeitnah tierärztliche Hilfe zu suchen.

Bei dem Verdacht auf die Aufnahme von Gift (z.B. Rattengift, Frostschutzmittel, ein eventuell vergifteter Köder) muss unser Tier ohne jeglichen Zeitverlust – d. h. innerhalb von maximal 2 bis 3 Stunden - einem Tierarzt vorgestellt werden, damit medikamentös ein Erbrechen und somit Hinausbefördern des Giftes aus dem Körper bewirkt werden kann.

Auch bei chronischem Verlauf einer Magen-Darm-Erkrankung oder sporadischem Auftreten von Erbrechen und Durchfall bei unseren Hunden und Katzen sollte ein Tierarzt konsultiert werden, um die Ursachen ermitteln, gezielt therapieren und die oben beschriebenen Folgen verhindern zu können. Da manche Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen unserer Haustiere auch auf den Menschen übertragbar sind und sehr bedrohliche Auswirkungen haben können (z.B. Spulwürmer, Salmonellen, Giardien, Toxoplasmose u.v.a.m.), ist eine gesicherte Diagnose unumgänglich. So vielfältig die Ursachen für Erkrankungen des Verdauungssystems sind, so schwierig und aufwändig kann leider in manchen Fällen auch die Diagnostik mittels Kot- und Blutuntersuchungen, Röntgen, Endoskopie oder andere apparative Methoden (Ultraschall, CT, MRT) durch den Tierarzt und spezialisierte Labore sein.


Welche Kosten entstehen für Untersuchung und Therapie einer Magen-Darm-Erkrankung durch einen mobilen Tierarzt?

Die Kosten für die Behandlung einer Magen-Darm-Erkrankung im Hausbesuch durch unsere mobilen Tierärzte setzen sich gemäß der aktuell gültigen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) aus mehreren Positionen zusammen. Dazu gehören die Kosten für eine gründliche Erfassung des Vorberichts des Tierhalters, für die Allgemeinuntersuchung des erkrankten Tieres, für die ausführliche Beratung zu den erhobenen Befunden und zum beabsichtigten weiteren diagnostischen und therapeutischen Vorgehen, für eventuell vor Ort durchzuführende Diagnostik per Schnelltests (mittels Blut und/oder Kot), für die Injektionen von Medikamenten, für das eventuell erforderliche Legen eines Venenkatheters und für eine Infusion zum Ausgleichen eines Flüssigkeitsverlusts. Hinzugerechnet werden noch die Kosten für die verabreichten Medikamente, die Verbrauchsmaterialien und für die Abgabemedikamente, die dem Tierhalter zur Nachbehandlung überlassen werden.

So entstehen in Abhängigkeit von dem Körpergewicht des Tieres an Werktagen z.B. Kosten (incl. 19 % Umsatzsteuer) für eine einfache Behandlung mit 2 Injektionen und einer subkutanen Infusion zwischen ca. 120,- bis 170,- € bei Hunden und ca. 90,- und 130,- € bei Katzen, falls erforderlich plus ca. 25,- € pro Schnelltest. Zusätzlich werden noch die abgegebenen Medikamente und das Wegegeld für die Anfahrt des mobilen Tierarztes (z.Zt. 2,74 € pro Doppelkilometer, mind. jedoch gesamt 10,23 €) berechnet.

Abends ab 19 Uhr, am Samstag ab 12 Uhr bis Montag früh um 7 Uhr und an Feiertagen kommen noch 30,- € bei Hunden und 25,- € bei Katzen sowie beim Wegegeld ca.1,50 € pro Doppelkilometer (somit insgesamt mind.15,- €) hinzu.

Wie finde ich schnell und komfortabel Hilfe?

Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes können harmlos sein und mit einigen einfachen Mitteln wieder gebessert werden. In einigen Fällen lassen sich die Symptome ohne tierärztliche Hilfe nicht bessern und das Gesamtbefinden des Tieres kann sich schnell und rapide verschlechtern. Sollten die Symptome der Magen-Darm-Erkrankung nach 12 bis 24 Stunden – je nach Schwere des Krankheitsgeschehens - nicht bessern und sich der Zustand des Tieres weiterhin verschlechtern, sollten Sie definitiv nicht mehr zögern und umgehend tierärztliche Hilfe aufsuchen. 

Diese Hilfe finden Sie in lokalen Tierarztpraxen oder Tierkliniken zu den angebotenen Sprechzeiten. Eine schonende und für das Tier und den Tierhalter stressfreie Alternative bietet Ihnen der Hausbesuch durch unsere mobilen Tierärzte zu dem von Ihnen gewünschten Termin. Ihr Haustier bleibt in seiner gewohnten Umgebung und muss, im ohnehin geschwächten Zustand, weder lange Transporte auf sich nehmen noch warten. Besonders bei akuten Magen-Darm-Erkrankungen können viele hilfreiche Therapiemaßnahmen und auch einige aussagekräftige Diagnoseverfahren durchaus auch im Hausbesuch erfolgreich durchgeführt werden. Über eventuell später erforderliche weiterführende Untersuchungen zu den Ursachen der Magen-Darm-Erkrankung wird Sie unser mobiler Tierarzt eingehend beraten.

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